Der Ursprung  der St.Katharina Schützenbruderschaft war die Gebetsbruderschaft von 1444.

In einer Abschrift der Stiftungsurkunde steht, dass am 01. Oktober 1444 die Bruderschaft s. Catharinae von den Eheleuten Johann von Plettenberg nebst Bruder Robert, Gerhard Rawe und Sohn Reinhard sowie vier anderen mit Namen aufgeführten Stiftern errichtet wurde.

Im Vertrag ist zunächst die Anstellung und Kündigung des Bruderpriesters vorgesehen, dem die Verpflichtung von drei Wochenmessen, nämlich am Dienstag, Donnerstag und Samstag auferlegt wird. An Sonn- und Feiertagen sowie sonst, wenn es nottut, soll er dem Pastor behilflich sein und keine Messen lesen, welche diesem hinderlich oder zuwider sein mögen. Für jede unterlassene Messe rechnen die Brudermeister drei Weißpfennige (Albus) von seinen Renten (Abgaben) ab.

Unter den Stiftern der Niederaußemer Bruderschaft waren recht bedeutende und bekannte Familien und Geschlechter. Beachtenswert ist, dass von Anfang an die Frauen als Mitbegründer gleichberechtigt werden !

Entsprechend der Urkunde liegen die Motive der Stifter klar auf der Hand. Diese Männer und Frauen riefen aus tief religiöser Überzeugung eine Glaubens- und Gebetsbruderschaft ins Leben, wofür sie auch bereit waren, persönliche Opfer zu bringen und sogar Ländereien (Stiftungsgüter) abzutreten. So sollte der Bestand der Bruderschaft für alle Zeiten gesichert werden. Eine solche Gebetsbruderschaft darf man nicht mit damaligen Schützengilden oder Schützenbruderschaften verwechseln, die zum Schutz oder zur Wehr der Städte und größeren Orte gegen Raubritter, umherstreifende Söldner und Banden entstanden.

Durch die Stiftung eines eigenen Alters, an dem ein von der Gebetsbruderschaft bestellter Priester an festgelegten Tagen das heilige Messopfer für sie erbrachte, erhoffte man sich einen guten Tod und einen gnädigen Richter. Man hielt sich gegenseitig zu einem religiösen Leben aus christlicher Nächstenliebe und Verantwortung an. Die Solidarität und das füreinander Dasein waren zugleich selbstverständlicher Ausdruck der religiösen Einstellung.

Die Stifter wählten als Schutzpatronin die heilige Katharina von Alexandria. Reinheit des Herzens und Klarheit des Glaubens, unerschütterlicher Mut des Bekenntnisses zu Christus und Hilfe und Caritas für die Menschen in innerer und äußerer Not sollten durch Katharina zur Verpflichtung der Bruderschaft für alle Zeit werden.

Im 18. bis 19. Jahrhundert hat sich die Gebetsbruderschaft zur Schützenbruderschaft entwickelt. Dies hat sich urkundlich erst spät in einer Neufassung der Statuten vom 19.04.1868 niedergeschlagen.

Auf das Vogelschießen, wie es in den Schützengilden und Schützenvereinen üblich war, weist der silberne Schützenvogel aus dem Jahre 1703 hin.

Auf das Jahr 1768 datiert sich der älteste erhaltene Königsschild des Hermanus Siepen, König in Niederausheim aus dem brogs Hoff. Bis heute hat sich die Tradition erhalten, dass der Schützenkönig sich durch ein Silber an der Kette in die lange Reihe der Schützenkönige einordnen kann.

Das große Ideal und der wichtige Wert der Heimat, der im Wahlspruch der Bruderschaft:

Für    Glaube - Sitte - Heimat

steht, ist von den Schützen dadurch für unsere Zeit neu mit Leben erfüllt und realisiert worden. Bewährtes zu bewahren und in die neue Zeit zu übertragen und das Leben daraus zu gestalten, wird immer wieder zur Aufgabe der Katharina-Bruderschaft.