Glaube ...

Sitte ...

Heimat ...

 

Für Glaube – Sitte – Heimat …

Das sind 4 Worte, die leicht über die Lippen gehen, besonders über die Lippen von Schützen. Es gibt wohl kaum eine Schützenbruderschaft, die sich nicht diesem Grundsatz verschrieben hat.

In diesem Jahr gibt es 50 Jahre die Jungschützen in der Schützenbruderschaft. Ein guter Anlass sich einmal Gedanken über diese Worte zu machen …

Was beinhalten die Begriffe eigentlich ?

Beim schnellen Blick ins Lexikon findet man Folgendes:

Glaube

Ein Grundbegriff der jüdisch-christlichen Religionswelt: das "Sich-Verlassen" des Menschen auf Gott, über den der Mensch nicht verfügt. Im christlichen Raum ist Glaube der in ursprünglichem Bezug zu Jesus Christus verstandene Mut zum Sein, die Hoffnung, die auch am Tod nicht scheitert, und die Motivationskraft der Liebe. Der Grund, der diesen Glauben ermöglicht, ist das Evangelium, das allen Menschen die Freiheit von der Entfremdung von Gott, von der Todesangst und vom Gesetz als dem vermeintlichen Heilsmittel anbietet. Weil das Wort des Evangeliums dem Glauben voransteht, wird der Glaube auch als "Geschenk" bezeichnet.

Wichtig ist die Abgrenzung des Glaubens von einem bloßen Fürwahrhalten religiöser Lehren, da der Glaube nicht allein Sache des Intellekts ist, sondern die Person als ganze bestimmt.

Sitte

Auf sozialer Gewohnheit und Überlieferung beruhende, im Unterschied zum Recht nicht erzwingbare, aber doch innerhalb bestimmter Grenzen (durch den Druck der öffentlichen Meinung) verbindliche äußere Verhaltensregelung innerhalb einer Gruppe oder Gesellschaft.

 Heimat

Der geographisch einheitlich erlebte Raum (Landschaft, Siedlungsform), mit dem sich der Mensch durch Geburt, Tradition und Lebensweise besonders verbunden fühlt, in dem seine Persönlichkeit maßgeblich geprägt wurde und seine ersten entscheidenden sozialen Beziehungen zustande kamen. Die Heimat erfährt regelmäßig in Zeiten persönlicher und sozialer Krisen eine Aufwertung bei gleichzeitiger partieller Ablehnung von Lebensformen der industriellen Massengesellschaft. Eine rechtliche Relevanz des Begriffs Heimat zeigt sich im Verfassungsrecht, Artikel 3 GG, der die Diskriminierung wegen Heimat und Herkunft verbietet, und in zahlreichen Regeln des allgemeinen Völker- und Menschenrechts (Verbot der Massenausweisung von Fremden, freie Entscheidung bei Umsiedlungsaktionen und Selbstbestimmungsrecht, Deportationsverbot u. a.).

Klingt alles logisch …

Oder ist es vergleichbar mit den zwei Nachbarn die sich treffen und der Eine fragt: „Wie geht’s?“ und der Andere entgegnet: „Gut ..!“. Möchte der Eine wirklich wissen wie es dem Anderen geht ? Ist es nicht einfach nur eine „höfliche“ Frage, auf die man keine Antwort erwartet ?

Ist „Für Glaube – Sitte – Heimat“ auch nur eine Floskel, eine Überschrift ?

Gerade in der heutigen Gesellschaft scheinen viele damit nichts mehr anfangen zu können. Manch einer hält diese sogar für überholt, antiquiert oder nichts sagend.

Beschränken wir uns auf die Frage:

Lebt die Schützenbruderschaft Glaube-Sitte-Heimat?

Sicherlich drückt sich der Glaube in der regen Teilnahme am kirchlichen Leben in der Gemeinde aus. Und der Glaube kommt in der christlichen Grundausrichtung der Bruderschaft zum Ausdruck: Kein kirchliches Fest, keine Prozession findet ohne die Beteiligung der Schützen statt.

Sicherlich bedeutet Sitte, alte (und nicht überaltete) moralische Wertvorstellungen zu bewahren. Dazu gehört auch „die Jugend von der Strasse zu holen“. Angesichts der vielen Jungschützen in der St.Katharina Schützenbruderschaft braucht man sich – auch, oder gerade – in der heutigen Gesellschaft meines Erachtens hier keine Sorgen zu machen.

Sicherlich bedeutet Heimat die Bindung an das Dorf und die Bindung an die Bruderschaft. Heimat ist aber auch mehr: Die vielen Vereine, das Dorfleben und die Gemeinschaft in Niederaußem ist ein großer Bestandteil unserer Heimat. Und die Schützenbruderschaft ist mittendrin.

Zusammenfassend kann man sicherlich festhalten:

Die Schützenbruderschaften haben den „Headliner“ Glaube-Sitte-Heimat nicht nur auf der Fahne stehen, oder in ihrer Chronik, sondern sie leben gemäß diesem Grundsatz. Und die Schützenbruderschaften sind eben nicht ein „Sauf- und Schießverein“ – wie manchmal zu hören ist – sondern tief verwurzelt mit der christlichen Grundeinstellung und den moralischen Wertvorstellungen.

Und daher wird im Gegensatz zu den Ersatzreligionen und manchen Vereinen der heutigen Zeit die St.Katharina Schützenbruderschaft 1444 e.V. auch noch in den nächsten Jahrhunderten bestehen – und eben weil die Begrifflichkeiten „Glaube-Sitte-Heimat“ nicht überholt oder antiquiert sind.

© Rainer Hübl